Brigit Obrist van Eeuwijk

Prof. Dr. Brigit Obrist van Eeuwijk


Titularprofessorin (Abteilung Obrist)

Büro

Ethnologisches Seminar
Münsterplatz 19
4051 Basel
Schweiz

Professur

Titularprofessur für Ethnologie

Brigit Obrist hat den Forschungsschwerpunkt Medical Anthropology seit Ende der 1980er Jahre auf- und ausgebaut. Die Medical Anthropology ist ein Teilbereich der Ethnologie (bzw. Sozial- und Kulturanthropologie, Englisch «Anthropology»). Sie ist keine quasi autonome Subdisziplin mit eigener Methodologie und eigenen Theorien (oder gar ein Teilgebiet der Biomedizin), sondern setzt einen thematischen Fokus auf Gesundheit und Medizin, der mit denselben methodologischen und theoretischen Zugängen untersucht wird wie andere Themenfelder der Ethnologie. Zusammen mit anderen Gesellschaftswissenschaften eröffnet die Medical Anthropology einen Raum für die Untersuchung aktueller Entwicklungen in den Lebenswissenschaften und der Medizin, einschliesslich der weitverbreiteten Politisierung von Medizin, dem menschlichen Leben und der Biotechnologie.

Forschungsprofil

Brigit Obrist interessiert sich insbesondere für eine kritisch engagierte Medical Anthropology. Diesen Ansatz hat sie zusammen mit ihrer Forschungsgruppe vor allem im Rahmen einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut (einem assoziierten Institut der Universität Basel) entwickelt.

Bei diesem Ansatz geht es zum einen darum, aufgrund vertiefter ethnographischer Feldforschung Erkenntnisse über gesundheitsbezogenes Handeln von aufeinander ausgerichteten und voneinander abhängigen Personen zu gewinnen und die diesem Handeln zugrundeliegenden sozialen Prozesse besser zu verstehen. Zum anderen wird der Zusammenhang zwischen Public Health/Medizin, Macht und Wissen im Rahmen breiterer gesellschaftlicher Dynamiken in den Blick genommen.

So hat die Forschungsgruppe beispielsweise in zwei aufeinanderfolgenden Projekten in Tansania untersucht, wie ältere Menschen ihr Verständnis von Gesundheit und Krankheit in dynamischen Begegnungen mit Verwandten, Anbietern von Gesundheitsdiensten und Sozialversicherungen sowie dem Forschungsteam koproduzieren. Einige dieser Begegnungen fanden über weite geographische Distanzen - zwischen Dorf und Stadt, zwischen Städten aber auch zwischen Dar es Salaam und den USA oder Sansibar und Oman -statt. Diese Studien zeigten auf, dass auch in Afrika neue Entwicklungen wie Mobilität, Verflechtungen von lokalen und globalen Prozessen sowie neue Informations- und Kommunikationstechnologien den individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Umgang mit Alter und Gesundheit tiefgreifend verändern.