Seit Beginn des 21. Jahrhunderts beeinflussen Prozesse der Globalisierung die Welt durch technologische Innovationen etwa im Kommunikations-, Transport- und Finanzwesen, was zu einer beispiellosen realen und virtuellen Mobilität und einer zunehmenden Konnektivität und Interdependenz führt. Urbanisierungsprozesse und ökologische Veränderungen führen zudem zu Verschiebungen von Gesundheitsrisiken und gesundheitspolitischen Prioritäten auf unterschiedlichen Ebenen.

Viele dieser Gesundheitsrisiken und die mit diesen Veränderungen einhergehenden Vulnerabilitäten sind höher in Regionen mit schnellem Bevölkerungswachstum, wechselnden Lebensrealitäten, raschem gesellschaftlichem Wandel, ökologischen Veränderungen, langsamem ökonomischem Wachstum und einseitiger Regierungsführung. Daraus resultieren komplexe und ineinandergreifende demographische, epidemiologische und soziale Übergänge und zugleich Umgestaltungen.

Die Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG) konzentriert sich unter anderem auf Gesundheit und Wohlbefinden auf globaler, nationaler und lokaler Ebene, mit einem kritischen Blick auf gesundheitliche Ungleichheiten in diversen politischen, ökonomischen und ökologischen Kontexten. Die MARG befasst sich hierbei auch mit der Rolle und Position der Biomedizin, etwa als rahmengebende Epistemologie bei der Zusammenarbeit mit Public Health Expert*innen, aber auch als eine von vielen (medizinischen) Realitäten, die durch detaillierte ethnographische Forschung in unterschiedlichen lokalen Kontexten mit einem offenen (und oft vergleichenden) empirischen Blick untersucht wird. Gerade im Bereich von Gesundheit und Care/Pflege spielen zudem diverse soziale Netzwerke und gesellschaftliche Institutionen eine ausschlaggebende Rolle in der Erhaltung und Weitergabe von Wissen und Erfahrungswerten. Diese Ressourcen helfen auch, mit schneller Veränderung und zunehmender Unsicherheit zu leben und resilienter damit umzugehen, zudem kreieren sie Diversität und Flexibilität in Alters- und Geschlechterzuschreibungen. Folglich sind soziale Widerstandfähigkeit und Befähigung, Vulnerabilität bezüglich Gerechtigkeit und Gleichheit, sowie Generationen, Geschlechter, Mobilität und Nachhaltigkeit auch wichtige gesundheitsrelevante Themenbereiche der Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG).

Die interfakultäre Forschungsgruppe MARG der Universität Basel stellt eine Verbindung zwischen dem Departement Gesellschaftswissenschaften (insbesondere des Fachbereichs Ethnologie), dem Zentrum für Afrikastudien (ZASB) und dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH; insbesondere dem Departement Epidemiology and Public Health) und dem Institut für Pflegewissenschaft (INS) her.


Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG)

Die Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG) ist eine interfakultäre Forschungsgruppe, welche Forschende des Departements Gesellschaftswissenschaften (insbesondere des Fachbereichs Ethnologie), des Zentrums für Afrikastudien (ZASB) und Forschende des Departements Epidemiology and Public Health (des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut, Swiss TPH) und des Instituts für Pflegewissenschaft (INS) verbindet. Die MARG beschäftigt sich dabei mit aktuellen Debatten im Bereich der Medical Anthropology mit Bezug auf die allgemeine Ethnologie/Sozialanthropologie und die öffentliche Gesundheit (siehe Public Health und Pflegewissenschaft). Im Fokus der von der MARG gestützten Feldforschung stehen die täglichen Gesundheitshandlungen (vor allem von Jugendlichen und älteren Personen), mit einem besonderen Interesse an Körperbildern, intergenerationeller und transnationaler Pflege, Migration, Resilienz und Gerechtigkeit sowie an Mensch-Tier-Beziehungen und Nachhaltigkeit von Gesundheitskonzepten.

Fortgeschrittene Masterstudierende, Doktorierende und Postdoktorierende im Fachbereich Ethnologie, dem ZASB, dem Swiss TPH und dem INS und verwandten Fachbereichen, die eine wissenschaftliche Orientierung auf Gesundheit verfolgen, können Mitglied der Forschungsgruppe werden. Zu der Gruppe gehören auch externe Forschende auf postdoktoraler Stufe, einschliesslich Alumnae/-i der MARG. Im Forschungsgebiet der Medical Anthropology tätige Gäste sind stets dazu eingeladen, ihre aktuelle Forschung zu präsentieren.

Die MARG trifft sich insbesondere während des Semesters zu Vorträgen und führt regelmässig Forschungsseminare durch, in denen wissenschaftliche Publikationen, aktuelle Forschungsaktivitäten und Abschlussarbeiten ihrer Mitglieder diskutiert werden.

Leiter der MARG ist aktuell PD Dr. Piet van Eeuwijk.