Zu Beginn des 21. Jahrhunderts verwandelt die Globalisierung die Welt durch technische Innovationen im Kommunikations-, Transport- und Finanzwesen, was zu einer beispiellosen Mobilität und einer zunehmenden Konnektivität und Interdependenz führt.

Gesundheitsrisiken und die mit diesen Veränderungen einhergehende Vulnerabilität sind höher in Regionen mit schnellem Bevölkerungswachstum, wechselnden Lebensrealitäten, ökologischem Zerfall, langsamem ökonomischem Wachstum und schlechter Regierungsführung. Daraus resultieren komplexe und ineinandergreifende demographische, epidemiologische und soziale Übergänge.

Zugleich waren afrikanische Gesellschaften schon immer sozialem Wechsel, Gesundheitsrisiken und ökonomischer und politischer Unsicherheit ausgesetzt, wodurch sie ein bemerkenswertes soziales Potential entwickelt haben, was die Transition und Stärkung der gesundheitlichen Widerstandsfähigkeit fördert. Diverse soziale Netzwerke und Institutionen spielen eine ausschlaggebende Rolle in der Erhaltung und Weitergabe von Wissen und Erfahrungswerten. Sie helfen aber auch, mit Veränderung und Unsicherheit zu leben, und kreieren Diversität und Flexibilität in Alters- und Geschlechterkategorien.

Die Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG) konzentriert sich somit auf Gesundheit und Wohlbefinden in urbanen Gebieten Afrikas anhand der folgenden Themenbereiche: Soziale Widerstandfähigkeit, Vulnerabilität und Gerechtigkeit, sowie Generationen, Geschlecht und Mobilität.

Die interfakultäre Forschungsgruppe MARG stellt eine Verbindung zwischen dem Ethnologischen Seminar, dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut und dem Zentrum für Afrikastudien her. 


Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG)

Die Forschungsgruppe Medical Anthropology (MARG) ist eine interfakultäre Forschungsgruppe, welche das Ethnologische Seminar mit dem Schweizerischen Tropen- und Public- Health- Instituts (Swiss TPH) und dem Zentrum für Afrikastudien verbindet. Die MARG beschäftigt sich mit aktuellen Debatten im Bereich der Medizinethnologie, der allgemeinen Ethnologie und der öffentlichen Gesundheit. Im Fokus der Feldforschung stehen die tägliche Gesundheitspraxis (vor allem von Jugendlichen und älteren Personen), mit einem besonderen Interesse an Körperbildern, intergenerationeller und transnationaler Pflege, Migration, Resilienz und Gerechtigkeit.

Fortgeschrittene Masterstudierende, Doktorierende und Postdoktorierende am Ethnologischen Institut und dem Swiss TPH sind automatisch auch Mitglied der Forschungsgruppe. Zu der Gruppe gehören auch externe Forschende auf postdoktoraler Stufe, einschliesslich Alumnae/-i der MARG. Im Forschungsgebiet der Medizinethnologie tätige Gäste sind stets dazu eingeladen, ihre aktuelle Forschung zu präsentieren.
Die MARG organisiert zweimal jährlich eine Konferenz und führt regelmässig Forschungsseminare durch, in denen wissenschaftliche Publikationen und aktuelle Forschungsprojekte ihrer Mitglieder diskutiert werden.
Leiterin der MARG ist Prof. Dr. Birgit Obrist.